Geschichte der Villa und architektonische Struktur.
In den im Lauf der Jahrhunderte vom Fluss Etsch gezeichneten Mäandern erhebt sich La Villa.
Der Stil des Gebäudes kann als rural und herrschaftlich bezeichnet werden. Seine Ursprünge gehen mindestens auf das 17. Jahrh. zurück und damals gehörte es den Grafen Guerrieri, einer adeligen Familie aus Verona. Anschließend ging das Gebäude in das Eigentum der Familie Rizzardi über,
die in der Entourage Veronas jener Epoche auch sehr bekannte Grafen waren.
Bis zu den 80iger Jahren bleiben die Rizzardis Eigentümer der Villa.
Von 1600 bis 1816 blieb der Palast mehr oder weniger ein Landhaus für die Sommerfrische, umgeben von zahlreichen Bauernhöfen. Erst später wird La Villa durch die ursprüngliche und elegante gotisch-orientalisierende Fassade valorisiert.
Geschichte der Villa und architektonische Struktur.
Es wird außerdem angenommen, dass La Villa mit großer Wahrscheinlichkeit in dieser frühen Zeit ihrer Geschichte nicht nur als Zweitwohnsitz verwendet wurde, sondern sogar als Unterstand für die Tiere und als Lagerhaus für Mehl und Getreide. Denn die Struktur der Villa jener Zeit kann nicht auf das traditionelle venetische Landhaus zurückgeführt werden. La Villa stellt eine komplexe und artikulierte Gesamtheit dar.
Es handelt sich eigentlich um eine unabhängige Einheit, deren Unabhängigkeit auf eine sehr enge und symbiotische Bindung mit dem angrenzenden Gebiet und mit den Gewässern des Flusses Etsch gleich neben der Umzäunung zurückführbar ist.
Geschichte der Villa und architektonische Struktur.
Das Aussehen der Villa wird zwischen 1816 und 1846, gleichzeitig mit einem historischen Ereignis, von dem allerdings keine schriftlichen Zeugnisse vorhanden sind, so sehr verändert, bis sie dem entspricht, was wir heute bewundern können. Aber eben in Bezug auf dieses unbekannte Ereignis wurde die uns bekannte eindrucksvolle gotisch-venetische Fassade realisiert. Diese strukturellen Veränderungen erhöhen das Eindruck des Kostbaren, den dieses Gebäude erweckt, da sie es majestätisch
werden lassen und es sich dadurch perfekt der Umgebung anpasst.
Insgesamt bewahrt der große Gebäudekomplex allerdings seine ursprüngliche Struktur, bei der im westlichen Flügel die Ställe und die Heuschober, mit dazwischen liegenden Bauernhäusern, untergebracht waren. Der zentrale Teil diente als Lagerräume und Scheunen, wogegen der östliche Flügel die Wohnung des Pächters war.